Bunt in der Nacht: Mein Berlin.

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In Berlin habe ich viel gelernt. Vor allem über mich selbst. Denn ich kann behaupten, einen Ort gefunden zu haben, mit dem ich mich von Anfang an verbunden fühlte und bis heute immer wieder das gute Gefühl habe, dass diese Stadt für immer und ewig für mich da sein wird. Komme was da wolle. Das mag alles furchtbar pathetisch klingen, aber mein kleines Herz springt nunmal, wenn es nach Berlin kommt. Es gibt keinen besseren Ort. Mit Berlin verbinde ich wichtige Menschen und mit ihnen so viel Melancholie. Meistens im positiven Sinne. Ich habe in dieser Stadt wild getanzt, war nicht nur einmal unheimlich betrunken, habe mich in Ecken verlaufen, die sich als wunderbar entpuppten, extrem viel gelacht, war oft tief beeindruckt, hin und wieder ziemlich aufgeregt, habe die Nacht zum Tag gemacht, war sentimental, voller (Vor)Freude oder auch traurig. Kurzum: Hier ist viel passiert. Auch deswegen hängen an vielen verschiedenen Plätzen ein Haufen Erinnerungen. Ich möchte ein Buch darüber schreiben! 🙂

Aber fangen wir klein an. Eine kleine Übersicht mit tollen, sehenswerten Plätzen soll den Anfang machen. Lieblingsessen in Berlin wird bald folgen. Denn hier hat man nicht nur eine riesige Auswahl, es ist auch noch günstig!


An einem Sonntag im August.

 

Was das „Beatz&Kekse“ in Wuppertal für mich ist, ist das „An einem Sonntag im August“ in Berlin. Es ist hat sich schnurstracks zu meinem Lieblingsladen gemausert, der traditionsgemäß am ersten Berlin-Abend besucht wird. Ein wunderbares Fleckchen mitten auf dem belebten Prenzlauer Berg. Am Allerschönsten ist es, sein Bierchen – wahlweise die Rhabarbermate – im Frühling draußen vor dem hübschen Café zu trinken und dem Treiben auf der Strasse zuzusehen. Eine kleine Oase im totalen Geschehen. Aber die Gemütlichkeit im Inneren ist auch nicht zu verachten, wie Ihr auf den Fotos sehen könnt. Mit etwas Glück spielt gerade ein Singer/Songwriter oder es legt ein DJ auf. Gut frühstücken ist hier ebenfalls möglich. Man muss sich nur darauf einlassen – wie so oft in Berlin.
Kastanienallee 103, 10435 Berlin

Karl-Marx-Allee

 

Friedrichshain und vor allem die Umgebung rund um die Karl-Marx-Allee lernte ich kennen, weil ich schon häufiger dort übernachtete und deshalb viel Zeit hier verbringen konnte. Es hat ein wenig gedauert, aber im Laufe der Zeit musste ich feststellen: Friedrichshain ist toll! Vielleicht weil man hier ungeschönt den Wandel der Stadt extrem bemerkt. Einerseits sozialistische Prachtbauten (beeindruckend, erschlägt dich aber erstmal), dann Relikte aus der Hausbesetzerszene in den Folgejahren. Nicht zu vergessen die riesigen Warenhäuser, die in den 70er Jahren als größte und modernste „Einkaufsparadiese“ der DDR galten und denen man nun beim langsamen Sterben zusehen kann. Andererseits entwickelte sich der Bezirk zum Szeneviertel – und ist leider auch stark von der Gentrifizierung betroffen, die beinahe fast überall in Berlin um sich greift und das „alte“ Leben schier unmöglich macht. Man ist hin- und hergerissen. Überall Geschichte, wo man geht und steht. Und am Besten geht man vom Frankfurter Tor aus zum Alexanderplatz. Dafür muss man allerdings ein wenig mehr Zeit einplanen und bequemes Schuhwerk tragen. Es lohnt sich aber!
Karl-Marx-Allee und Umgebung, 10178 Berlin

Oberbaumbrücke

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Die Oberbaumbrücke verbindet Friedrichshain mit Kreuzberg und liegt über der Spree. Baulich beeindruckend, wahrscheinlich sogar repräsentativ für die Hauptstadt. Und wieder finden wir ein gutes Stück Geschichte, denn vom Mauerbau an bis 1989 war hier ein Grenzübergang für Fußgänger aus Westberlin, die in den Osten der Stadt einreisen wollten. Ein guter Ort zum Innehalten. Der Blick auf die Spree ist nach beide Seiten sehr schön – am Besten natürlich bei Sonnenuntergang. Unbezahlbar! Vielleicht sollte man diesen Plan aber nicht fürs Wochenende haben. Denn dann ist die Oberbaumbrücke ein Mekka für Touristen und Feiernde – und das Leben darauf steht nicht einen Moment still. Ansonsten ist es ein hervorragender Ort, um Spaziergänge zu machen. Vielleicht ja zur East Side Gallery, die in unmittelbarer Nähe liegt.
Oberbaumbrücke, 10243 Berlin

Monbijoupark

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Mitten in der Großstadt erwartest du eigentlich keine riesige grüne Parkanlage – weit gefehlt! Direkt an der Oranienburger Strasse und ganz in der Nähe des Hackeschen Marktes gelegen – und damit wirklich mittendrin – erstreckt sich der Monbijoupark, den man bei schönem Wetter hervorragend geniessen kann. Der Park lädt zum spazieren, im Gras sitzen und/oder grillen (das ist hier zum Glück auch erlaubt!) ein, man hat einen schönen Blick auf den Fernsehturm am Alexanderplatz und ist jederzeit wieder zurück in der Stadt. Deshalb ist hier immer viel los, ein Besuch lohnt sich. Und man kommt ja vermutlich ohnehin zufällig hier vorbei. 🙂
Monbijoupark, Oranienburger Str., 10178 Berlin

Gleimviertel/Kollwitzkiez

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Natürlich hat man in der ganzen Stadt die Möglichkeit eine Vielzahl wunderschöner Altbauten zu bestaunen und viele kleine, individuelle Geschäfte zu entdecken. Besonders schöne Fassaden und gemütliche Ecken findet man aber auf dem Prenzlauer Berg. Fernab von Touristenhochburgen wie dem Ku’damm, dem Alexanderplatz oder der Museumsinsel (die aber dennoch absolut sehenswert ist!) kann man ungestört flanieren und sich treiben lassen. Hier sind mir vor allem die vielen veganen Restaurants (ich möchte das Wort „hip“ an dieser Stelle absichtlich vermeiden 🙂 ) und Biomärkte aufgefallen, die in Berlin wie Pilze aus dem Boden schießen. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten gibt man ihnen aber hier eine Chance sich zu etablieren und den Bewohnern etwas Neues zu bieten. Auch hier gilt: Nicht vorverurteilen, sondern ausprobieren!
Gleimviertel/Kollwitzkiez, Prenzlauerberg

Gendarmenmarkt

 

Den Gendarmenmarkt kenne ich als fleissige Berlin-Besucherin natürlich schon sehr lange. So richtig schätzen lernte ich die Umgebung aber erst vor etwa zwei Jahren. Denn ich hatte die Gelegenheit in einem hübschen Hotel direkt vor Ort zu wohnen. Und verstand fortan, was es mit dem „schönsten Platz Berlins“ aufsich hatte. Der Gendarmenmarkt hat ein spezielles Flair. Es ist nicht die typische Großstadt, die oft viel zu groß und einschüchternd wirkt. Hier macht sich eine ganze Menge Kultur breit und ist deshalb einer der Touristen-HotSpots. Nichtsdestotrotz komme ich immer wieder gerne hierher. Sind die imposanten Gebäude wie der Deutsche und Französische Dom oder das Konzerthaus doch mehr als schön anzusehen.
Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

Spree

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Okay, das ist nun wirklich kein Geheimtipp: Auf die Spree hat man von vielen Punkten Berlins aus einen tollen Blick. Meine Favoriten sind definitiv die Oberbaumbrücke, die Weidendammer Brücke direkt an der Friedrichsstrasse, die Liebknechtbrücke am Berliner Dom und die Umgebung rund um das Reichstagsgebäude.

Der ganze Wahnsinns-Rest…

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Und selbstverständlich hat Berlin noch so viel mehr zu bieten als die wenigen Punkte, die ich hier aufgezählt habe. Von daher kann man wohl kaum von „Resten“ sprechen. Berlin hat viele wunderbare Cafés. Eins davon ist das Café Cinema (Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin) am Hackeschen Markt. Das Interieur macht das kleine gemütliche Cafe so charmant. Neben Filmplakaten und gedimmten Deckenscheinwerfern, sitzt man an alten Holztischen oder auch mal auf einer abgewetzten Couch. Das „CC“ gilt als eines der ältesten Ost-West-Projekte und hat sich vor allem in der Künstlerszene einen Namen gemacht.

Und natürlich kann man in unserer Hauptstadt auch richtig gut feiern.
Ich mag das LIDO (Cuvrystraße 7, 10997 Berlin) sehr gerne. Hier im Kreuzberger Wrangelkiez finden regelmässig Rock- und Indiepartys und einige sehenswerte Konzerte statt. Alles schon mitgemacht und jedes Mal ein bisschen mehr begeistert. Hier muss ich auch unbedingt das Kaffee Burger (Torstraße 60, 10119 Berlin) erwähnen. Hier gibt es Konzerte, Partys und Lesungen – die Abende waren immer lustig, feucht-fröhlich und musikalisch meistens sehr unterhaltsam. Ein wenig überfordert hingegen hat mich das White Trash (Am Flutgraben 2, 12435 Berlin), auch wenn wir dort wirklich hervorragend essen (Sweet Potato Fries – sooo gut!) konnten. Aber erstmal wirst du von Eindrücken erschlagen. Club, American Diner und Tattoo Shop in einem – ein großes Spektakel. Zu allem „Überfluss“ chinesisches Dekor, gruselige Bilder an den Wänden und große Leinwände, auf denen unterschiedliche Filme gezeigt werden. Ohne Ton. Weil im Laden selbst läuft ja Musik. Das hat schon was Verstörendes. Aber ist definitiv sehenswert! Und ist einmal mehr so typisch für Berlin.

 


Wunderschön für Erkundungsspaziergänge ist der Bergmannkiez (10961 Berlin).  Hier ist man kulinarisch bestens versorgt. Wenn nicht sogar am allerbesten in der gesamten Stadt. Aufgefallen sind mir dort die vielen Trödel- und Antikläden und nicht zuletzt die unheimlich vielen, wunderschönen Altbaufassaden. Besonders gern mag ich in die Marheinekehalle. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt – also vor allem Essen. Es ist ein buntes Treiben, an dem man sich nur schwer sattsehen kann.

An dieser Stelle muss ich vermutlich nicht mehr erwähnen, wie sehr ich Spätis und Photoautomaten schätze?! Ich tue es hiermit trotzdem! 🙂 Beides ist ganz üblich für Berlin und beides habe ich bis zum Exzess besucht und benutzt. Du findest sie überall – sie sind immer verfügbar, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit.

Hach Berlin, ick liebe dir! ♥

Song des Tages: A Day To Remember – Paranoia

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