Weiter, weiter…

2018 – ist jetzt schon mehr als zwei Monate alt?! Ich werd‘ verrückt. Da schlummert mein kleiner Blog so lange vor sich hin und dann dieses Mitten-in-die-Fresse „Werd‘ endlich wach!! Ich hab Bock!!“ Denn manchmal spielt das Leben anders als man sich das wünscht. Und dann ist selbst ein Blogpost zu viel. Perfekt für den Wiedereinstieg eignet sich meines Erachtens besonders gut Musik. Musik, die in allen Lebenslagen dabei ist. Im MP3-Player, im Gehör und im Herzen sowieso. Manche Stücke müssen dabei nicht kommentiert werden und stehen für sich selber. Here we go mit der Hoffnung und der Motivation auf ein gutes (Blog)Jahr…


#1
THE SHOW PONIES – SWEETLY
Tollste Entdeckung auf einer Spotify-Acoustic-Playlist und schnell die ganz große Liebe. Eignet sich wunderbar für einen entspannten Start in den (Feier)Abend.
#2 KALEO – ALL THE PRETTY GIRLS
Ganz ganz großartige Musik von schicken Herren aus Island. Macht die Island-Sehnsicht noch größer!!
#3 LEWIS CAPALDI – BRUISES
Since you left feels like a waste on me – so schön traurig. Und diese Stimme des Herrn Capaldi erst.
#4 LOTTE – AUF BEIDEN BEINEN
Es gibt keinen Grund zu zweifeln // schau‘ ich land‘ auf beiden Beinen
#5 JON AND ROY – BY MY SIDE
Folk-Rock mit Gitarren, sehr charmant – so wie es sein muss. Wer sich dabei nicht genötigt fühlt, sich auch nur ein wenig zu bewegen, hat verloren.
#6 JR JR – SAME DARK PLACES
Wie ein unbeschwerter Sommertag auf einer grünen Wiese.
#7 A DAY TO REMEMBER – SAME ABOUT YOU
Need to take a chance to clear my head // don’t wanna understand your position, oughta wash my hands of you and run – Kein Tag ohne A Day To Remember!
#8 AJR – WEAK
Ab 0:30 bitte GANZ laut anhören!
#9 LIEDFETT – KOPF FREI
SO gut! Ich liebe sie! Deutscher Akustikpop mit liebenswerten Texten.
#10 BEAR’S DEN – THE LOVE WE STOLE
Haaaach! Ich möchte mehr von ihnen hören!
Hey love, things keep falling, hey love can’t you hear me calling.
#11 SHOUT OUT LOUDS – TONIGHT I HAVE TO LEAVE IT
Ich vermute, die von mir meistgehörte Band im ausklingenden Jahr 2017. Hängt vielleicht ganz wahrscheinlich mit dem letzten Trip nach Berlin im Oktober zusammen, wo ein wunderbares und unvergessliches Shout Out Louds-Konzert besucht wurde.
So I heard it’s no good to run // but it feels so much better now that it’s done.
#12 BEARTOOTH – IN BETWEEN
Nach einer Empfehlung einer lieben Freundin im letzten Jahr muss ich mich wohl jetzt ganz offiziell einen Beartooth-Fan nennen. Mit diesem Song fing „es“ an. LIEBE!
#13 THRICE – BLACK HONEY
Immer und immer wieder Thrice. Am liebsten laut auf dem Weg zur Arbeit.
#14 LITTLE GIANTS – NAIVE
Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Coverversionen. Diese hier hat es mir jedoch angetan. Erinnert sie mich doch an die gute alte Kooks-Zeit vor einigen Jahren.
True or false, it may be, she’s still out to get me.
#15 THE HARD ACHES – MESS
Guuute Jungs aus Australien, die ziemlich eingängigen Rock machen und trotzdem für mich irgendwie „neu“ klingen. Verfolge ich weiter.
I’m a little bit stressed // I don’t really know where I’m going yet.
#16 TOM WALKER – LEAVE A LIGHT ON
Große Stimme, großer Song! Unbedingt laut anhören!
#17 THE WOMBATS – TURN
Wombats-Liiiebe seit so vielen Jahren und Phasen. 😀 Das ist so ’ne Band, die mich begleitet und mit denen ich intensive Zeiten durchlebt habe – und das ist nicht übertrieben!
I jump from thought to thought like a flea jumps to a light // you could give an aspirin the headache of its life.
#18 KETTCAR – TROSTBRÜCKE SÜD
Wenn Markus Wiebusch anfängt zu singen, ist man tendenziell eher emotional. „Trostbrücke Süd“ hat mich auf dem letzten Kettcar-Konzert total „abgeholt“ (Bericht folgt! 🙂 )
#19 THE DECEMBERISTS – BEN FRANKLIN’S SONG
Die guten Decemberists haben mal wieder einen rausgehauen – TANZEN!

 

 

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Listen to your heart: Tschüss, Roxette.

Ich muss an dieser Stelle ein bisschen ausholen…

1992 hatte ich meinen ersten Musikcrush. Damals bekam ich von meinen Eltern eine MC geschenkt – „Tourism“ von Roxette, es machte sofort „klick“ und fortan schlug mein Herz für Marie und Per. Meine Eltern hatten damals ja keine Ahnung, was sie da in ihrer kleinen Tochter auslösten. Die Begeisterung für Musik war zwar vorher schon da, aber anders. Ab sofort tanzte ich durch mein Zimmer und sang lauthals die englischen Songs mit, verstand aber leider kein Wort. Mein Walkman (bin ich jetzt alt?!^^), wahlweise Discman, wurde mit Schwedenpop gefüttert und auch in der Schule konnte ich endlich mitreden, wenn es um Lieblingsmusik ging. Überall Roxette. In der Bravo, an meiner Wand, Artikel in Ordnern fein säuberlich abgeheftet. Und der Wunsch die Musiker live zu erleben stieg. Das aber sollte viele Jahre dauern. Entweder war ich noch zu jung, hatte kein Geld oder verpasste später den Ticketvorverkauf. Es mussten also CDs herhalten. „Crash!Boom!Bang! zum Beispiel. Ich war damals aber auch verrückt nach dem wunderbaren Song „June Afternoon“:

Zeitsprung: 2001 war es dann endlich soweit. Roxette in der Dortmunder Westfalenhalle! Ich war extra früh angereist, stand weit vorne und konnte mein Glück kaum fassen. Ganz in der Nähe des Künstler-Stegs, über den Marie und Per das Publikum erreichten. So nah, quasi zum Anfassen nah. Dieser Abend ließ mein kleines Fanherz springen. Zwei Stunden lang. Dann war alles vorbei und ich ein sehr glücklicher Mensch, dem nach langer Zeit ein langgehegter Wunsch erfüllt wurde. Und mein Ziel war natürlich ein weiteres Konzert mitzuerleben. Und zwar ganz bald.

Zeitsprung: 2002. Roxette geben ihre Trennung bekannt. Bei Marie Fredriksson wurde ein Gehirntumor diagnostiziert. Die Band wird auf Eis gelegt und niemand weiss, ob sie jemals wieder gemeinsam Musik machen können und werden. Nichtmals sie selbst. Viel wichtiger ist die Genesung der Sängerin, die ich so sehr verehrte. Was zunächst schockierte, schlug schnell in Verständnis um – die Sorge aber blieb.

Zeitsprung: 2009. Night of the proms. Sie sind zurück! Roxette geben ihr Comeback bekannt. Etwas mit dem kaum jemand gerechnet hatte. Per Gessle war bis dato mit seiner Band Gyllene Tider unterwegs und infolge der schweren Erkrankung Maries hatte ich irgendwie damit abgeschlossen sie als Duo wieder zu sehen. Umso größer war die Freude als zehn Jahre nach „Room Service“ (2001) erst „Travelling“ (2011) und danach „Charm School“ (2012) erschienen. Auch wenn beide Alben nicht mehr an die alten ganz großen Erfolge anknüpfen konnten, so war ich doch begeistert und erkannte die „alten“ Roxette wieder. Sie hatten zwar das Rad nicht neu erfunden, uns Fans aber nicht im Stich gelassen. Das zählte – und genau das erwartete man von den grundsympathischen Schweden.

Klar, dass sich hinter der „Firma“ Roxette ein gut gemanagtes Unternehmen verbirgte, das in den letzten Jahren sehr, sehr viel Geld verdient hat, trotzdem nahm man den beiden Hauptprotagonisten den Spass an der Musik ab. Die Freude auf Tour zu gehen, die Fans zu treffen war absolut ehrlich. Andererseits war es auch ein Zeichen, dass es Marie besser ging. Man sah ihr zwar an, dass die Jahre zuvor sehr viel Kraft gekostet hatten – doch trotz des gesundheitlichen Handicaps spielten Roxette ausverkaufte Welttourneen und schienen sich nicht zur Ruhe setzen zu wollen. Marie selbst versicherte damals in einem Interview, dass sie es liebt mit den Fans zu feiern und auf der Bühne zu stehen.

Zeitsprung: 2016. Daran hat sich nichts geändert. In diesem Jahr gibt es Roxette seit 30 Jahren. Und mit der Ankündigung ihrer „30th Anniversary Tour“ und eines neuen Albums war klar, dass sie noch viel vorhatten. Immer wieder aber vermittelten Fotos und Videos im Internet den Eindruck, dass Marie nicht fit genug für all die Strapazen war. Und es kam wie es kommen musste: Im April diesen Jahres sagt die Band ihre Jubiläums-Welttour ab. Marie hört auf den Rat ihrer Ärzte. Ein Schock. Mit dem Gedanken an 2002. Verbunden mit der Hoffnung, dass es nur eine weitere lange Pause sein könnte. Aber diesmal soll es endgültig sein. Marie und Per werden als Roxette keine Bühnen mehr bespielen. Es ist vorbei. Das neue Album „Good Karma“ erschien im Juni und ich rechne damit, dass es das letzte sein wird. Ein Fan respektiert das und freut sich weiterhin über die Musik, abschließen mit den guten musikalischen Zeiten und den vielen Erinnerungen muss man aber trotzdem. Und damit, dass das Konzert 2001 das einzige und letzte sein wird.

Über „Good Karma“ freue ich mich. Roxette sind um einiges leiser geworden. Maries Stimme klingt definitiv kraftloser als früher, ist aber trotzdem unverkennbar.

Roxette waren lange immer da und haben viele von uns begleitet. Aber jetzt ist es vorbei.
Es ist ein bisschen wie Abschied nehmen von meiner Jugend.

„It’s a bright June afternoon, it never gets dark.“

Song des Tages: The Strumbellas – Spirits